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Hallo,

Kreativität,
also Ideen in der Werbung/Kommunikation von technischen Marken
in B2B-Märkten wird gelegentlich als unnötiges Beiwerk
betrachtet. Zur Begründung hört man "Unsere
Kunden wägen nüchtern ab zwischen diversen messbaren
Produktleistungen". Stimmt das?
WARUM
IST KREATIVE MARKENKOMMUNIKATION GERADE AUCH IN B2B-MÄRKTEN
SO WICHTIG?
Neben der Notwendigkeit der Faktenvermittlung - von der später
noch die Rede sein wird - gibt es 4 handfeste Gründe
kreativ zu kommunizieren.
1. Oft sind technische Eigenschaften abstrakte,
"unsichtbare" Leistungen. Eine ideenreiche visuelle
Darstellung verdeutlicht nicht nur die technische Eigenschaft,
sondern macht diese Leistung auch wesentlich besser lernbar.
Dadurch wiederum bekommt das jeweilige Produkt - so auf den
Punkt gebracht - einen deutlichen Verkaufsvorsprung vor solchen
technischen Leistungen, die nur verbal vermittelt werden.
2. Innovation ist in der Regel die Basisleistung
einer Technologiemarke. Kreativität in Form neuer, verblüffender
Bilder oder eines neuen ungewöhnlichen Verkaufs-Approach
suggeriert allein schon durch Ihre Andersartigkeit etwas Neues,
Innovatives. Ideenreiche Markenkommunikation lässt also
auch den Ingenieur und sein Produkt ideenreich erscheinen.
3. Die Kommunikation technologischer Marken in
B2B-Märkten zielt mehrheitlich auf Männer mittleren
Alters. Dominanz ist bei dieser demographischen Gruppe ein
noch ausgeprägteres Handlungsmotiv als bei der durchschnittlichen
Bevölkerung. Die Begehrlichkeit nach großen, PS-starken
Firmenwagen ist hierfür das beste Beispiel. Genauso wie
andere unbewusste Handlungsmotive kann man auch dieses nur
durch emotionale Gestaltung ansprechen.
4. Kaufentscheidungen die von mehreren, meistens
schlecht auf einen gemeinsamen Nenner zu bringenden Kriterien,
wie Produktqualität, Preis, Image, Service etc. abhängen,
sind für den Einzelnen schwer zu treffen und verunsichern
entsprechend. Kreative Markenkommunikation hilft hier eine
Kaufentscheidung unbewusst zu rechtfertigen. Die durch Kreativität
geförderte Emotionalität der Marke ist der wahre
(unterbewusste) Kaufgrund, der wiederum durch diverse Produktfakten
(bewusst) begründet wird. Kommunikative Kreativität
stellt sich auch in B2B-Märkten praktisch immer in Bildern
dar. Denn starke emotional wirksame Reize können nur
visuell, akustisch und durch Geruchsstoffe vermittelt werden.
(Emotionale Konditionierung des handlungsbestimmenden limbischen
Systems.)
Worin
kann diese Kreativität bestehen?
Kreativität
kann Ideenreichtum bedeuten in Form einer Außendiensttagungs-Idee,
einer Direkt Mailing Idee, einer Markenpositionierungs-Idee,
einer Messestands-Idee, einer PR-Idee, einer Firmengebäude-Foyer-Idee,
einer Key-Account-Geburtstagsgruß-Idee von Produktwerbungs-Ideen
auf Postern und Anzeigen mal ganz abgesehen. Grundsätzlich
gilt: Da in B2B-Märkten das Unternehmen als Ganzes die
Marke ist, muss auch das Unternehmen in allen Kommunikationskanälen
ideenreich kommunizieren.
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Jedes
Werbemittel kann ideenreich sein.
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Beispiele
aus der Werbung von Friends of Brands jenseits von Anzeigen
und Plakaten.
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Knorr-Bremsen kommuniziert man anders als Knorr-Suppen.
Im
Gegensatz zum Konsumgütermarkt ist es tatsächlich
so, dass in B2B-Technologiemärkten häufig Produktneuerungen
zu vermelden sind. Das jeweilige Marketing und der technische
Product Manager haben üblicherweise reichlich damit zu
tun, alle Datenblätter rechtzeitig zur nächsten
Messe auf den neuesten Stand zu bringen. Vor lauter Informationsarbeit
bleibt die ideenreiche Markenkommunikation leicht auf der
Strecke. Und da sich Fachmännergespräche gerne an
Produkttechnik und Handelskonditionen entlanghangeln - siehe
Kundengespräche der letzten Messe - scheint auch kaum
jemand die kreative Kommunikation zu vermissen. Gerne wird
argumentiert, dass es sowieso nur auf die gute persönliche
Beziehung zwischen Außendienstler und Kunden ankommt.
Aber hat die Konkurrenz keine Außendienstler? Richtig
ist, dass Technologiemarken in B2B-Märkten über
eine Fülle von Fakten zu berichten haben, und diese auch
erläutern müssen. In so fern ist Fakten-Kommunikation
eindeutig wichtig!
Aber...

...reicht der stete Innovationsfluss in B2B-Märkten aus,
auch das Kundenbedürfnis nach Kaufsicherheit zu befriedigen?
Ist die Information über oft schwer vergleichbare Fakten
geeignet, dem Kunden die Kaufentscheidung zugunsten unserer
Marke zu erleichtern? Geht der verkaufende Außendienst
emotional gestärkt ins nächste Verkaufsgespräch
oder braucht er die bekannten give aways um sich überhaupt
durch die Tür zu trauen? (Dazu auch pdf-download der
FRIENDS OF BRANDS Studie "Technik
sucht das Gefühl")
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Sind
einkaufende Ingenieure wandelnde Rechenschieber?
Oder
andersherum gefragt, sind Käufer in B2B-Märkten
immun gegen alles, was man nicht in cm oder Kg messen kann?
Keineswegs! Denn sonst würden sie sich nach dem Bildschirmwechsel
vom Büro-PC zum Privat-TV keine amerikanischen Filme
ansehen. Käufer von komplexen Technologieprodukten suchen
weitgehend unbewusst nach Sicherheit, wenn es um Themen geht
wie Service, Ersatzteilversorgung, Zertifizierung etc. Und
da reicht es nicht diese Versprechen als nackte Worte in die
Firmenbroschüre zu drucken. Diese kaufentscheidenden
Markenleistungen müssen wirksam verdeutlicht werden.
Gute
Verkäufer spüren es längst.
Zwar
reden Käufer im Gespräch gerne über faktische
Aspekte, aber der erfahrene Verkäufer weiß, dass
die Kaufentscheidung nicht im Bewusstsein, nicht in des
Käufers Großhirnrinde getroffen wird. In Märkten
in denen sich mehrere Variablen eines Angebotes nur schwer
vergleichen und endgültig bewerten lassen, übernehmen
andere, unbewusste Kriterien die Kaufentscheidung. Und das
sind bei einem Geschäftsmann durchschnittlichen Alters
neben dem genannten Handlungsmotiv Dominanz auch Motive
wie "Absicherung in der Gruppe" und "Interesse
an Neuem". Er entscheidet sich also für Angebote
die ihm helfen, seine Position innerhalb der Gruppe (z.B.
Firma) zu stärken, auszubauen; für Marken, die
ihm Sicherheit geben sich richtig entschieden zu haben.
Käufer brauchen also auch Dominanzbestätigung,
Entscheidungsbestätigung.
Hier
macht sich Kreativität bezahlt.
Aber
es geht nicht um l'art pour l'art, sondern um Ideenreichtum
als Instrument einer verkaufenden Marke!!! - Übrigens,
natürlich können Sie alles was hier gesagt wurde
getrost ignorieren, wenn Ihr Produkt das Leitungswasser-betriebene
Auto ist.
Ihr Jesse Meyer-Arndt
von FRIENDS OF BRANDS

Thema der nächsten Ausgabe von eFRIEND:
Definition des Markenkerns/Unternehmenspositionierung/Mission
von B2B-Technologie-Unternehmen. Schwierig, aber wichtig.
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