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Hallo
<<Title>> <<LastName>>,

Werbung
und Marke werden gerne für ein und das selbe gehalten.
Dieser Irrtum hat leichtes Spiel, taucht doch in der Werbung
immer das Logo auf, was üblicherweise als Marke bezeichnet
wird; andererseits ist das einzige, was man von einer Marke
mitzubekommen scheint, ihre Werbung. All das wäre zu
vernachlässigen, wenn sich daraus im Marketingalltag
nicht Schäden für die Marke, also für das Unternehmen
ergeben würden. Grund genug, in der heutigen eFRIEND
bewußt plakativ und anschaulich die Widersprüche
herauszuarbeiten, um uns für die Konflikte im Marketingalltag
noch mehr zu sensibilisieren.
MARKE
UND WERBUNG DIE GROSSE VERWECHSLUNG.
Wenn sich eine Frau vor ihrem Rendevouz die Lippen schminkt,
die Wimpern tuscht und an ihrer Bluse einen Knopf zuviel offen
läßt, dann ist das Werbung. Sie unterstreicht die
interessanten Aspekte, wobei die Mittel von der leichten Überhöhung
bis zur allgemein akzeptierten Täuschung reichen. Sie
wirbt für sich mit Mitteln der Werbung, deren Wirkung
man mit der eines Strohfeuers vergleichen kann; große
Hitze aber kurze Brenndauer. Auch wenn es am nächsten
Morgen längs erloschen ist, zeigte es durchaus Ergebnisse.
Dazu zählen vor allem hohe Aufmerksamheit und die damit
verbundene Wirkung. Die Reaktion des Publikums am nächsten
Morgen - um bei der Dame in unserer Analogie zu bleiben -
macht aber auch klar, was mit Werbung nicht erreicht wird:
Aufbau einer über einen längeren Zeitraum stabilen
Glaubwürdigkeit.
Marke ist ein Brikett.

Marke können wir vergleichen mit
einem wärmenden, glühenden Brikett, das vorher
in Zeitungspapier eingewickelt wurde, damit es ja nicht
zu schnell verbrennt, sondern die Hitze möglichst lange
und gleichmäßig abgibt. Man kann darauf vertrauen,
daß am nächsten Morgen der Ofen nicht aus ist.
Wenn andererseits die Leistung der Werbung darin besteht,
kurzfristig wirksam zu beeinflussen und zwar durch Interessantes,
Neues, dann besteht die Leistung der Marke darin Vertrauen
zu bilden. Und es ist nur logisch, wenn Vertrautes nicht
den Reiz des Neuen hat, sondern den des Bestätigenden
des Bekannten. Nur wenn etwas heute so ist wie es früher
war, kann man eher darauf bauen, es auch in Zukunft so vorzufinden.
Oder um es einmal bewußt plakativ auszudrücken:
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Werbung muß immer anders sein; Marke muß immer
gleich sein.

Ist das bei jeder Marke so? Hält
sich der Aufwand für Marke und Werbung die Waage? Kann
man beides überhaupt trennscharf voneinander abgrenzen?
- Nun, manchmal ist Chaos bzw. Veränderung das Wesen
der Marke, z.B. bei der Cigarette West oder beim Pop Star
Madonna. In anderen Fällen erlaubt sich die Marke nur
marginalste werbliche Variationen. Denken wir an 4711 Echt
Kölnisch Wasser oder an den Nobel-Preis. Die allermeisten
Marken jedoch können weder auf selbstähnliche
Markentechnik noch auf aufmerksamkeitsstarke Werbung verzichten.
Das Problem: ihre zum Teil gegensätzliche Wirkung!
Vergleichbar mit einer Feuchtigkeitscreme die sowohl Wasser
als auch Fett enthält, auch wenn sich eigentlich beides
abstößt. Die Kunst besteht also darin, diese
beiden, eigentlich "unverträglichen Bestandteile"
zu homogenisieren. Werden diese beiden Wesenszüge der
Markenkommunikation nicht aus einem gemeinsamen Konzept
geboren und im Alltag aufeinander abgestimmt, verzehren
sich beide Wirkungen im schlimmsten Fall gegenseitig .

Manche Product Manager machen es der Markenstrategie
nicht leicht.

Ein typischer, berüchtigter
Fall im Leben einer Marke ist ihre Herbstpromotion.
Mit Preisnachlässen marktscheierisch aufgemotzt
versucht der Product Manager so die Umsatzzahlen zu
retten, wovon - und das ist des Übels Wurzel -
sein Jahresbonus abhängt. Der strategischen Entwicklung
der Marke gilt nicht sein Hauptinteresse; weiß
der Himmel, auf welcher Pay Roll sein Name in zwei Jahren
steht. Diesen Zielkonflikt zwischen Rennstallbesitzer
und Jockey gibt es in ähnlicher Form auch zwischen
Werbungtreibenden und vielen Werbeagenturen. Der Art
Directors Club, eine Vereinigung von Star-Kreativen
aus Werbeagenturen, steht seit Jahr und Tag im Verdacht,
genau jene Werbung zu prämieren, die lustige verrückte
Ideen auf Kosten ihrer Auftraggeber realisiert. Zwar
bemüht sich der Gesamtverband Werbeagenturen wacker
mit dem effi Award die Effizienz der Werbung als Kriterium
herauszustellen. Einen reinen Brand Award für nachhaltige
Markenwirkung gibt es bisweilen nicht. Wohl auch deshalb,
weil diese Leistung schwer zu messen ist. Befragen doch
die üblichen Forschungsmethoden das Bewußtsein
und nicht das, für Marken kaufrelevante Unterbewußtsein.
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Was
ist zu tun?

Im
Zweifelsfall müssen Marke und Werbung von unterschiedlichen
Personen im Unternehmen verantwortet werden. Die strategisch
disziplinierte Markengestalt von einer Person, die lange
im Unternehmen sein wird und deren Einkommen vom langfristigen
finanziellen Erfolg des Unternehmens abhängt. Die
Werbung innerhalb des Gestaltungskorridors wiederum obliegt
z.B. dem Marketingleiter. Wichtig ist, daß Standbein
(Marke) und Spielbein (Werbung) sich als Team der Markenkommunikation
verstehen.
Und
hier fängt die Schwierigkeit an.

Denn
zur richtige Orchestrierung zwischen werblich-heißem
"Strohfeuer" und der, das Vertrauen erwärmenden
"Marken-Glut" gehört ein qualifiziertes Marken
Kommunikations-Management. Praktisch und hilfreich dabei
erweisen sich, wie es bei FRIENDS OF BRANDS genannt wird:
ein BRAND BOOK für die Definition der Markengestalt
und der GESTALTUNGSKORRIDOR für die Gestaltung der
Werbung. Beide Markeninstrumente sind so aufeinander abgestimmt,
daß sie sich den Ball des Erfolges zuspielen, statt
ihn sich gegenseitig wegzunehmen. eFRIEND-Leser kennen die,
von mir gerne genannten Beispiele: Sixt, Nivea, Marlboro,
Dell, Miele, UPS, um nur einige der guten Namen zu nennen.
Die werbende Marke, ein enorm spannendes Thema!
Ihr Jesse Meyer-Arndt
von FRIENDS OF BRANDS

Thema der nächsten Ausgabe von eFRIEND:
Der Werbestil von Technologie-B2B-Unternehmen.
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