Hallo,

wie wichtig ist es für eine Unternehmensmarke
in den div. unterschiedlichen Medien einheitlich (selbstähnlich)
aufzutreten? Inwiefern schadet ein uneinheitliches Erscheinungsbild,
und was ist zur Vorbeugung zu beachten. Lesen Sie dazu 9 praktische
Tips.
UNTERSCHIEDLICHE MEDIEN IN UNTERSCHIEDLICHEM DESIGN.

Kennen Sie das: Prospektständer in
denen die Produktprospekte im alten Design neben den neuen,
völlig anders gestalteten neuen Prospekten der selben
Marke stehen. Oder die hakelig-klobige alte Web Site, die
den hoffungsvollen Bewerber enttäuscht, nachdem er vorher
durch die frische, beeindruckende Anzeigenkampagne auf das
Unternehmen aufmerksam wurde. Und wenn schon, das Logo ist
immer noch das selbe, denkt man. Weshalb sich also mit dieser
Frage in einer eFRIEND-Ausgabe befassen?
Für die Vertrauenswürdigkeit einer Marke - also
für ihre entscheidende Eigenschaft - sind zwei Aspekt
sehr wichtig:
Selbstähnlichkeit in puncto Zeit und in Bezug auf die
Markengestalt.

"Zeitliche Selbstähnlichkeit"
bedeutet, ein sich selbst Bestätigen zwischen gestern,
heute und morgen. Die so entstehende Berechenbarkeit und Selbstbestätigung
einer Marke steigern das Vertrauen ihrer Kunden. Im Gegensatz
dazu, zieht etwas, das sich deutlich ändert, sich selbst
allein schon dadurch in Zweifel, daß es etwas anderes
verkündet. Wer heute etwas anderes behauptet als gestern,
tut das vielleicht morgen wieder; was gilt denn nun?
Im Unterschied dazu ist die "Gestalt-Selbstähnlichkeit"
eine Bestätigung des einen Teils des Ganzen durch einen
andere Teil. So bestätigt beispielsweise der Messestand
in seiner Art und Weise die schon bekannte Produktliteratur,
wenn er ähnlich erscheint. Beides wiederum bestätigt
(selbstähnlich) die Unternehmensmarke. Es kommt allerdings
nicht nur darauf an, sich z.B. im Graphik-Design nicht zu
widersprechen. Genauso wichtig ist die Unterstützung
des einen Mediums durch das andere, auch durch inhaltliche
Aussagen.
Eine beispielhafte "Rechnung"...

Der Mobilfunkanbieter o2 hat sich in seinem
werblichen Auftritt mit Fotos von Unterwasserluftblasen etabliert.
Bewerten wir nun den o2-Markenwert mit 100 %. Wenn Besucher
auf der CeBIT den o2-Stand, ausgestattet mit großen
Fotos von Luftblasen sehen, bestätigt das selbstähnlich,
das bisher gelernte. Das zahlt auf das Markenkonto von o2
ein. Stellen wir uns den Effekt mit 5 % vor. Nehmen wir nun
an, der Messestand wäre mit dem tollen, neuen, eyecatching
keyvisual "rote Giraffe" gestaltet. Das würde
der bekannten Markengestalt von o2 vehement widersprechen,
also ihren Wert (in puncto Glaubwürdigkeit) schmälern.
Sagen wir wiederum um 5 %. So kostet die Änderung "rote
Giraffe" gegenüber den Messebesuchern schon 10 %
Markenwert. Eines der besten Beispiele dafür, wie man
auf das Markenkonto einzahlt und sich dennoch durch evolutionäre
Modifikation weiterentwickelt ist Marlboro. Auch wenn der
Cowboy mal im Schnee reitet, erlebt man immer noch Marlboro
Country.
Die Marke ist ein evolutionäres System!

...sie braucht also, um in einer sich verändernden
Welt zu bestehen, auch die Veränderung, das Neue, das
Andere. Aber bitte nur in kleinen, verdaubaren Portionen und
idealerweise nicht in ihrer Aussage, ihrer inneren Markengestalt.
Ein bißchen Widerspruch läßt sich im Alltag
einer Marke natürlich trotz bestem Willen nicht vermeiden.
Dennoch, bei disziplinierter Planung müssen am Baum der
Marke keine Äste abbrechen, auch wenn es hier und da
mal unmerklich knackt im Geäst.