Den gelegentlich empfundenen, aber einem selbst so gut wie
nie bewußten Widerspruch gibt es auch in der Beziehung
zwischen Käufern und dem kommerziellen Markenangebot.
Das gilt auch für die vielfältige Kunde-Marke-Beziehung
in B2B-Märkten.
Hier ist zu unterscheiden zwischen der Dissonanz innerhalb
des Kunden und der innerhalb der Marke selbst.
A) Die Dissonanz innerhalb des Kunden in
B2B-Märkten.

Die vielleicht häufigste Dissonanz bei einem Kunden in
technologieorientierten B2B-Märkten mit ihren relativ
langfristigen Kaufentscheidungen besteht zwischen dem häufigsten
unbewußten Kaufkriterium >Sicherheit< im Widerspruch
zum bewußten Wunsch nach >Innovation<. Innovation
steht dabei als Leistungsbeweis für "neuester Stand
der Technik". Das wiederum setzt stetige technische Entwicklung,
also Veränderung voraus.
Da andererseits >Sicherheit< durch Vertrauen entsteht
und Vertrauen ein Ergebnis von Bestätigung ist, gibt
es ein Problem. Denn Bestätigung bedeutet Wiederholung
des Vorherigen. Wir haben es also mit einen Konflikt zwischen
Verharren und Veränderung zu tun. Besonders deutlich
wird das bei Systemwechseln, Beispiele: Einführung des
Betriebssystems OS-X bei Apple, Digitaldruck statt Offset-Druck,
Endoskopie in der Medizin, genombasierte Erregerdiagnostik
etc.
B)
Die Dissonanz innerhalb des Markenangebots.

>Selbstähnlichkeit< ist hier das Stichwort. Also,
die Selbstähnlichkeit zwischen Markengestalt einerseits
und allen Facetten ihrer Kommunikation andererseits. Das heutzutage
in Perfektion zu erleben ist selten, grobe Schnitzer zu vermeiden
schon eine Leistung. Beispiele für Dissonanz innerhalb
der Marke: Innovativ wirkende Prospekte, aber bieder-konservativ
auftretender Verkaufsapparat - gerne auch andersherum. Oder
innovativ-filigrane, sophisticated Produkte, sabotiert durch
eine veraltert, klobig wirkende Internetpräsenz. Oder
der Produktvorteil Zuverlässigkeit, der in Prospekten
mit Tippfehlern und schwacher Fremdsprachenadaption konterkariert
wird. Es gibt für Unternehmensmarken eine Unzahl von
Möglichkeiten sich selbst zu widersprechen und dadurch
Kunden zu verunsichern. In unseren heutigen Käufermärkten
ist es für eine Marke unerläßlich eigene Angebotsdissonanzen
zu vermeiden und mögliche Widersprüche beim Käufer
zu erkennen und so gut es geht zu berücksichtigen. Leider
werden viele Widersprüche den Markenverantwortlichen
nicht bewußt und schädigen doch fortwährend
den Verkauf. Dabei können die Fehler der Markenkommunikation
mit relativ geringem Aufwand identifizieren und behoben werden.
Ihr Jesse Meyer-Arndt
von FRIENDS OF BRANDS
Für
Ihre Geduld mit dieser eFRIEND entschädigt Sie die nächste
Ausgabe mit dem handfesten Thema:
Moderne effiziente Wege, um neue Produkte in B2B-Märkten
zu bewerben.